Warum ist ein Flächennutzungsplan Windenergie notwendig?

Vereinfacht ausgedrückt, könnten ohne einen Flächennutzungsplan theoretisch überall in Heidelberg künftig Windenergieanlagen gebaut werden. Genau wie im übrigen Gebiet des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim. Der Flächennutzungsplan hingegen ermöglicht eine verträgliche Standortsteuerung. Gleichzeitig leistet der Nachbarschaftsverband gemeinsam mit seinen Mitgliedkommunen einen Beitrag zur Energiewende.

Vor der Gesetzesänderung des Landes im Jahr 2012 war die Lage wie folgt: Nur innerhalb von Vorranggebieten, die von den Regionalverbänden in Regionalplänen ausgewiesen wurden, durften solche Anlagen entstehen. Außerhalb dieser Vorranggebiete waren Windenergieanlagen ausgeschlossen. Da im Regionalplan des Verbandes Region Rhein-Neckar für Heidelberg keine Vorranggebiete ausgewiesen waren, durften somit auf dem gesamten Stadtgebiet keine Windkraftanlagen entstehen.

Durch die Gesetzesänderung hat sich der generelle Ausschluss ins Gegenteil umgekehrt: Der neue Regionalplan, der voraussichtlich 2016 in Kraft tritt, sieht für Heidelberg keine Vorranggebiete vor. Städte und Gemeinden haben nun die Möglichkeit zur eigenen planerischen Steuerung von Standorten für Windenergieanlagen mittels Flächennutzungsplänen. Für Heidelberg wird der Flächennutzungsplan durch den Nachbarschaftsverband Mannheim-Heidelberg erstellt. Erst, wenn für das Gebiet des Nachbarschaftsverbands im Flächennutzungsplan sogenannte Konzentrationszonen ausgewiesen werden, sind die Flächen außerhalb dieser Zonen für Windkraftanlagen tabu.